Struktur

Das Pilotprojekt ist in den beiden Erika-Gerstung-Häusern der DRK-Schwesternschaft sowie in den acht SeniorInnenEinrichtungen der Hansestadt Lübeck gestartet. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus diesen Einrichtungen sind an der Entwicklung der Übungseinheiten beteiligt. Dies gewährleistet, dass sich die Übungsinhalte und Mottos stark an den Ressourcen und Interessen der Zielgruppe orientieren. Die beteiligten Einrichtungen haben das Lübecker Modell Bewegungswelten zentral in den alltäglichen Ablauf und die internen Prozesse integriert und sorgen für eine nachhaltige Umsetzung, indem Pflege- und Betreuungskräfte die Bewohnerinnen und Bewohner zum täglichen Training motivieren und sie dabei unterstützen.

Die Lübecker Geriatrie nimmt bei der Weiterversorgung der Zielgruppe die Position des zentralen Weichenstellers ein. Insbesondere nach einem Sturz mit Erleiden einer hüftnahen Fraktur („Oberschenkelhalsbruch“) besteht ein deutlich erhöhtes Risiko für Folgestürze. Ältere Menschen, die nach einem Trauma (Sturz) oder im Zuge einer Erkrankung im ambulanten, teil- oder vollstationären Teil der Klinik behandelt werden, sind besonders offen für eine Änderung ihrer Gewohnheiten („Zeitfenster für eine Lifestyle-Änderung“). Die Übungseinheiten unter dem Dach der Klinik sollen einerseits geriatrische Patienten auf die künftige ambulante Teilnahme am Lübecker Modell Bewegungswelten in einem Pflegeheim vorbereiten, zum anderen sollen sie kontinuierlich neue interessierte Teilnehmende am Programm hervorbringen – auch nach Ende der Modellphase und im Sinne von Nachhaltigkeit und Verstetigung.

Ein bedeutender Projektpartner ist der Landessportverband Schleswig-Holstein e.V. als zentraler Dienstleister für seine regionalen Sportvereine, die wiederum vor Ort die sportlichen Aktivitäten umsetzen. Im Breitensport wurden in den vergangenen Jahren bereits einige sehr erfolgreiche Angebote für ältere Menschen etabliert, z.B. die Programme „Aktiv 70 plus“ oder „Alter in Bewegung“. Das Lübecker Modell Bewegungswelten mit der künftigen Kernkompetenz der Bewegungsförderung in der stationären Pflege bildet eine ideale Ergänzung für bereits vorhandene und vorwiegend für mobile Ältere gedachte Programme in Schleswig-Holstein.

Als Träger von Pflegeeinrichtungen ist die Hansestadt Lübeck ein wichtiger Projektpartner und hat zudem die Schirmherrschaft für das Lübecker Modell Bewegungswelten übernommen. Die Durchführung in den Pflegeheimen liegt in den Händen der vom Landessportverband Schleswig-Holstein e.V. ausgewählten regionalen Sportvereine, unterstützt durch von der Koordinierungsstelle bereit gestellte Projektverantwortliche („Kümmerer“) und ihre Ansprechpartner in den teilnehmenden Pflegeeinrichtungen.

In einer weiteren Implementierungsstufe ist eine Ausweitung des Programms Lübecker Modell Bewegungswelten auf das gesamte Bundesland Schleswig-Holstein geplant. Neben dem Landessportverband Schleswig-Holstein e.V. sind auch der Landessportbund Nordrhein-Westfalen sowie der Hamburger Sportbund wichtige Partner des Projekts. Zu diesen zählen darüber hinaus das Lübecker Ärztenetz und die Landesvereinigung für Gesundheitsförderung in Schleswig-Holstein e.V. und das Kompetenzzentrum Demenz Schleswig-Holstein.