Hintergrund

Während der Anteil der jüngeren und erwerbsfähigen Bevölkerung in Deutschland sinkt, steigt die Zahl der Menschen über 65 Jahren im Bundesgebiet kontinuierlich an. In der Hansestadt Lübeck (216.000 Einwohner) liegt der Anteil der über 65-Jährigen mit 23,0% sogar deutlich über dem Landesdurchschnitt (21,7%) wie auch über dem Bundesdurchschnitt (20,6%).

Viele ältere Menschen brauchen immer mehr Unterstützung im Alltag, ob in der stationären Pflege oder zu Hause. Um die Mobilität und Selbstständigkeit dieser Bevölkerungsgruppe aufrechtzuerhalten, ist es daher notwendig und sinnvoll, passende Angebote bereitzustellen.

Gezielte vorbeugende und gesundheitsfördernde Maßnahmen, die individuelle Ressourcen freisetzen und stabilisieren, können hier einen wesentlichen Beitrag für mehr Gesundheit im Alter leisten. Es müssen also strukturelle Rahmenbedingungen geschaffen werden, die den Aufbau und Erhalt der Selbstständigkeit fördern.

Mobilitätsangebote für Ältere stehen insgesamt noch in der Diskussion, insbesondere für die Zielgruppe mit Unterstützungsbedarf in der Pflege. Viele der Maßnahmen, die in Pflegeheimen durchgeführt werden, sind nur wenig theoretisch fundiert.

Das Lübecker Modell Bewegungswelten ist ein Trainingsprogramm zur Bewegungsförderung, das als spezifisches Angebot in Pflegeheimen implementiert werden soll. Es wurde – unter Beachtung wissenschaftlicher Erkenntnisse und praktischer Erfahrungen beteiligter Übungsleiter – von der Forschungsgruppe Geriatrie Lübeck entwickelt.

Im Zuge der Implementierung wird die Vereinbarkeit des Lübecker Modell Bewegungswelten mit dem Berufsalltag des Pflegepersonals genauso berücksichtigt wie die Bedürfnisse der teilnehmenden Bewohnerinnen und Bewohner. Ziel ist es, bis zum Abschluss der Modellphase ein Programm zu entwickeln, das im Alltagsbetrieb der Pflegeeinrichtungen nachhaltig weitergeführt werden kann. Neben den Bewohnerinnen und Bewohnern der Pflegeheime sind auch Mitbürgerinnen und Mitbürger aus dem Wohnumfeld, die regelmäßig Unterstützung benötigen, herzlich zur Teilnahme eingeladen.

Das Lübecker Modell Bewegungswelten ist ein neues Element des Programms „Älter werden in Balance“ der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA). Es startet als Pilotprojekt in der Region Lübeck und wird von Beginn an systematisch wissenschaftlich evaluiert. Stellen sich die erwarteten Erfolge bei den Teilnehmerinnen und Teilnehmern ein, so wird das Projekt bundesweit ausgeweitet. Die Implementierung des Programm wird im Jahr 2016 auf den gesamten Standort Schleswig-Holstein ausgeweitet (vgl. Abb. 1).

Zweites bis viertes Quartal 2015: Entwicklung und Praxistest des Bewegungsprogramms. Ab erstem Quartal 2016: Start Pilotphase mit wissenschaftlicher Evaluation in 10 Lübecker Pflegeheimen. Ab zweitem oder dritten Quartal 2016: überregionale Implementierun
Abb. 1: Zeitplan des „Lübecker Modell Bewegungswelten“